In diesem Blog werden die Themen Fliesen, Feinsteinzeug, Parkett und Handwerker besprochen. Es soll hier keine Produktwerbung sondern schlicht und einfach Information verbreitet werden. Jeder der sich mit dem Gedanken des Bauen und der Wohnraumgestaltung trägt wird hier fündig.
Der nachfolgende, humorvolle Artikel bezieht sich auf ein WC mit ca. 15-25m² Fliesenfläche:
Es ist allgemein bekannt, daß man mit etwas handwerklichem Geschick Fliesen auch selbst verlegen kann. Sollte man mit diesem Geschick jedoch nicht gesegnet sein, hat man sicher einen "Freund", der das für eine "kleine Aufmerksamkeit" erledigt. So weit so schlecht. Egal ob man es selbst in Angriff nimmt oder der "Freund", der Untergrund gehört fachgerecht vorbereitet (Dauer ca. ein Wochenende oder zwei), sonst ist die weitere Arbeit bereits jetzt zum Scheitern verurteilt.
"Man muß mit der Verlegung von oben anfangen." Viel Spaß, denn beim geringsten Fehler beginnen die Fliesen unaufhaltsam zu schwimmen und zu verrutschen. "Na, dann fang ma halt noch a paar Mal von vorn an, mir ham ja Zeit!"
"Man muß mit der Verlegung von unten anfangen." Super, mit etwas Pech haben Sie jetzt oben einen Streifen von ca. 2cm, wirklich ätzend.
Wo und wie mit der Verlegung begonnen wird, entscheidet der Fachmann nach Absprache mit der Kunde. Die Entscheidung beruht auf jahrelanger Erfahrung in Verbindung mit genauem Ausmessen. Dafür haben wir es gelernt.
Kommen wir nun zum leidigen Problem Steckdosen, Schalter, Installationsauslässe. "Für was brauchst so viel Dosen und Schalter? Könn ma da net eh die Hälfte zufliesen?" Man möchte ja das sich der "Freund" die "Anerkennung" auch wirklich verdient, und sagt: "Nein. Die brauch ich alle." Beginnen wir nun die Löcher aus den Fliesen zu bohren. Die Glasur splittert aus, die Fliese zerspringt, der Hausherr kocht (jedes Stück kostet sein Geld), der "Freund" verliert die Nerven und kommt morgen wieder. Vielleicht geht es dann besser.
Das Glück ist Ihnen auch am Sonntag nicht hold, es geht nicht besser. Die Fliesen werden immer weniger, plötzlich sind keine mehr da. Aber, oh mein Gott, es sind noch Fliesen für zwei Wasserleitungen auszubohren und der Fußboden ist auch noch nicht verfliest. "Is ja wurscht, kaufst noch a paar Quadratmeter (am Sonntag). Sind eh Billigsdorferfliesen. (Ha, ha, öS 500.-/m²). I komm nächstes Wochenende wieda."
Am Montag sagt einem der blöde Verkäufer dann, daß diese Fliesen nicht mehr da wären und man auch keine mehr bekommt, weil die Produktion eingestellt wurde. Außerdem war das der letzte Restposten. Nun werden Bodenfliesen gekauft, die vielleicht zu den Wandfliesen passen könnten, Preis pro m² ca öS 900.-, aber es gibt nichts anderes. Pech!
Bei den zwei Wasserleitungen werden halt zerbrochene Fliesen genommen, sieht man hoffentlich nicht. Und wenn doch, Schicksal, aber dafür ist alles billig.
Am darauffolgenden Wochenende wollte leider die Urgroßtante dritten Grades mütterlicherseits Ihren Großvater in Tschechien besuchen, daher kommt der "Freund" erst nächstes Wochenende.
Als er dann endlich wieder erscheint, verlegt er wirklich an "nur" einem Tag die beiden Wandfliesen und den kompletten Boden mit unglaublichen 3m². Am Tag darauf wird verfugt und abgewaschen. Das Fugenmaterial wurde zwar nicht
gleichmäßig abgewaschen und die Fugen weisen Unterschiede bis zu 4mm auf, aber dafür wollte der "Freund" ja auch nur eine "kleine Anerkennung".
Nun montiert der Hausherr den Spülkasten, die WC-Muschel, die Steckdosen und die Schalter, doch oh Schreck, die Löcher in den Fliesen sind nach Montage der Abdeckungen noch immer zu groß und die zerbrochenen Fliesen bei den
Wasserleitungen stechen auch aus hundert Meter Entfernung ins Auge. Es ist zwar alles häßlich, aber es war ja billig.
Zwei Wochen später beginnen sich die ersten Fliesen von der Wand zu lösen, aber zum Glück gibt es Kontaktkleber und Tixo. Der Hausherr würde vor lauter Wut gerne laut losbrüllen, aber das geht nicht, weil sonst alle Fliesen von der Klowand fliegen würden. Die Hausfrau ist am Ende Ihrer Nerven und heult nur noch ständig: "Dreck, Dreck, überall Dreck. Seit 7 Wochen nur putzen, putzen, putzen. Ich kann nicht mehr, ich gehe zu meiner Mutter." Die Scheidung steht kurz bevor.
Als der Hausherr das Telefonbuch in die Hand nimmt um einen Eheberater zu kontaktieren, liest er zufällig die Werbeeinschaltung des Hafner- und Fliesenlegermeisters Widmaier und ruft diesen an. Nach einer Schadensbegutachtung Vorort ist schnell klar, die neuen Fliesen müssen abgeschlagen werden, der Untergrund gehört fachgerecht vorbereitet und mit dem richtigen Fliesenkleber und dem richtigen Fugenmaterial ist das WC bald ein Schmuckstück für die nächsten 100 Jahre. Der Kostenvoranschlag wird geschrieben, der Auftrag vergeben und los geht's mit der Arbeit.
Schon kurze Zeit später ist das WC fertig und wirklich ein Schmuckkästchen. Die Hausfrau ist wieder eingezogen und der Hausherr könnte ohne Angst vor Beschädigungen schreien, aber nun hat er keinen Grund mehr dazu.
Abschließende Worte des Hausherren zu seiner Frau, aber der Fliesenlegermeister darf das natürlich nicht hören, wäre ja eine Blamage: "Wenn ich jetzt nachrechne: die Fliesen, mein "Freund", der Fliesennachkauf durch Bruch und Verschnitt, die Nerven, die Zeit (4 Wochenenden = 4 Wochen Baustelle, Dreck, WC-Provisorium);
und mir dann die Rechnung anschaue, war der Widmaier trotz Mehrwertsteuer nicht teurer und war in einer Arbeitswoche (Montag früh bis Freitag mittag) fertig. Ich glaub ich beiß mich in den Beeeeep (Zensur)."
Darum merke: WER BILLIG KAUFT, KAUFT TEUER !!!
P.S.: Ein Witz: Sagt ein Pfuscher zum anderen: "Gestern habe ich 30m² Fliesen verlegt." Darauf der Andere: "Und hat die Kunde sehr geschimpft, oder hast Du sie heute wiedergefunden?"