In diesem Blog werden die Themen Fliesen, Feinsteinzeug, Parkett und Handwerker besprochen. Es soll hier keine Produktwerbung sondern schlicht und einfach Information verbreitet werden. Jeder der sich mit dem Gedanken des Bauen und der Wohnraumgestaltung trägt wird hier fündig.
Untergrundvorbereitung von planebenen Böden für die Belegung von keramischen Bodenbelägen.
Beim Verlegen von keramischen Bodenbelägen muss der Untergrund tragfähig und eben sein. Bei Verfliesungen von Fliese auf Fliese ist die Prüfung des alten Belages mittels Hammerstiel sehr praktikabel. Zuerst muss der Unterboden gründlich gereinigt werden. Der Boden sollte mit einer Grundierung auf Dispersionsbasis vorgestrichen werden. Diese dient als Haftbrücke um dem Kleber oder der Ausgleichsmasse einen guten Kontakt zum Untergrund zu ermöglichen.
Beim Verlegen von Fliese auf Fliese muss ein Haftprimer mit Quarzsand die Haftbrücke sicherstellen. Dass die alten Fliesen vorher entfettet und ordentlich von Verunreinigungen befreit werden müssen, versteht sich von selber.
Danach kann mit dem Aufziehen des Fliesenklebers und mit dem Verlegen der Fliesen begonnen werden. Bei unebenen Unterböden, wie man sie vor allem beim Um- und Ausbau von Altbauwohnungen vorfindet oder nach dem Entfernen alter Bodenbeläge, ist unmittelbares Verlegen von Fliesen nicht möglich. Auch kann es bei alten Fliesenbelegen durch die Formatunterschiede zu erheblichen Unebenheiten kommen.
Fließestriche
Stellte früher das Glätten und Ausgleichen von alten Estrichen für den Handwerker eine arbeitsintensive Herausforderung dar, verwendet man heute selbstverlaufende Ausgleichsmassen, sogenannte Fließestriche, die mit Wasser angerührt und auf den Boden ausgegossen werden.
Fließestriche sind bereits in fertig gemischten Säcken in der Regel zu 25Kg erhältlich. Der Verbrauch beträgt 1,8 bis 2 kg pro mm Schichtdecke und Quadratmeter. Für eine Fläche von 10 qm und bei einer mittleren Schichtdicke von ca. 5 mm werden 100 kg Ausgleichsmasse benötigt. Diese Masse verläuft von selbst und wird zu einer druckfesten und planen Oberfläche, auf dem keramische Bodenbeläge leicht verlegt werden können.
Unterschiedliche Produkte (Körnung) ermöglichen verschieden dicke Schichtaufbauten. Fließ- und Spachtelmasse von 2 – 40mm oder von 1 - 30mm. Für Zementestriche werden andere Produkte benötigt als für Gipsestriche.
Diese sind von einem Handwerker leicht aufzubringen und können bereits nach einer Trocknungsdauer von 10 Stunden begangen werden. Billigprodukte können nach 2 bis 4 Tagen mit einem keramischen Bodenbelag belegt werden. Nach 5 bis 7 Tagen ist es dann möglich, Holz- oder Teppichboden aufzubringen.
Hochwertige Profiprodukte haben andere Verarbeitungszeiten. Verarbeitungszeiten von ca. 40 Minuten, Begehbar nach 1 – 2 Std., Belegbar mit Keramik nach 3 – 4 Std.. Solche Produkte sparen sehr viel Zeit und natürlich auch Kosten für die Handwerker.
Als Untergrund für die Verlegung von keramischen Bodenbelägen eignen sich alle tragfähigen, trockenen, rissfreien und sauberen Beton- und Zementestriche sowie Gipsestriche. Unbehandelte Zementböden müssen vor dem Aufbringen des Fliesenklebers mit einer Stahlbürste nass abgebürstet werden, um die Zementhaut zu entfernen. Anhydrit – Estriche müssen unbedingt geschliffen werden um die Kristallschicht, welche beim Aushärten entsteht, weg zu bekommen. Auf der Kristallschicht ist eine Haftung auf Dauer fast unmöglich!
Ist der Boden mit Farbe gestrichen oder durch Klebereste verunreinigt, muss mit einem Abbeizer oder mechanisch entfernt werden. Sind alte Mörtelreste, Anstriche und Imprägnierungen entfernt, muss der Boden von Staub befreit werden und die Grundierung gleichmäßig aufgetragen werden. Dabei darf auf die Ränder nicht vergessen werden.
Empfehlenswert ist eine Grundierung auf Dispersionsbasis, die im, vom Hersteller angegebenen Verhältnis mit Wasser abgemischt wird. Bevor der Fließestrich aufgebracht wird, muss die Grundierung vollständig getrocknet sein. Die Trockenphase dauert von Produkt zu Produkt unterschiedlich und kann bei saugfähigem Untergrund und einer Raumtemperatur von ca. 18 Grad mit ca. 2 Std. angenommen werden.
Sobald die Fläche begehbar ist, sollte an den Rändern ein 5cm hoher Streifen aus Styropor fixiert werden, um beim späteren Verfugen die Randfuge zwischen Fliesen und Wand für die elastische Verfugung mit Silikonmasse offen zu halten. Diese Randstreifen können mit Stahlstiften, angetackert oder selbstklebend befestigt werden und werden erst nach dem Verfugen mit dem Stanlymesser auf der Bodenfläche beschnitten.